Anton Günther

Erfreut man sich bei Heimatabenden oder beim „Hutzngieh“ an Erzgebirgsfolklore, so wird gewiss Liedgut unseres wohl bekanntesten Erzgebirgssängers, Anton Günther, nicht fehlen. Oberwiesenthal ist auf ihn, den Tolerhanstonl, besonders stolz, erblickte er doch 1876 in Gottesgab (Bozi Dar), nur 5 km von hier, das Licht der Welt. Hier verlebte er unter der Obhut rühriger Eltern in gebirgischer Schlichtheit gemeinsam mit 6 Geschwistern Kindheit und Jugend. Musik und Bergmannsblut strömten in seinen Adern.

In Buchholz erlernte er Lithographie, die er in Prag ausübte, bevor er in seine „Haamit“ heimkehrte. Hier fand er die liebe Gattin, die ihm 3 Kinder schenkte; mit ihr baute er sein Häuschen und die kleine Landwirtschaft auf. Der Krieg trübte die Freuden, doch 1918 konnte er zu seinen Lieben heimkehren. Bereits 1937 fand er nach schaffensreichem Leben auf dem Friedhof in Gottesgab seine ewige Ruhe.

In rauher Landschaft Gottesgabs lernte er die Heimat ganz besonders lieben, Gottes schöne Natur stimmte ihn froh: Das Zwitschern der Vögel, die Blütenpracht der Gebirgswiesen. Die Gebirgler beobachtete er bei all` ihren Tätigkeiten. Das alles wurde Inhalt der meisten seiner Lieder - mal fröhlich, mal besinnlich -, seiner Sinnsprüche und Geschichtchen. Einfach und schlicht in klarer Mundart bot er, von der Gitarre begleitet, seine zu Herzen gehenden Lieder dar, oder er gab sie mit kleinen Zeichnungen versehen auf Liedpostkarten weiter. Nie stand er dem Weltgeschehen fern. Und gerade heute, in der Zeit der oft menschlichen Kühle und der häufigen Zerstörung unserer Natur, hat er uns mehr denn je zu sagen!

„O Arzgebirg, wie bist du schie!“

Unweit des Oberwiesenthaler Marktplatzes befindet sich neben dem Ski- und Heimatmuseum ein kleiner Park, der mit einem Gedenkstein an Anton Günther und dessen häufige Besuche im Ort erinnern soll. Auch der von Tellerhäuser über den Fichtelberg kommende Anton-Günther-Rundwanderweg führt am Park, der zur kurzen Rast unter schattigen Bäumen einlädt, vorbei und geht weiter durch den Zechengrund nach Gottesgab. der unvergessene Sänger und Heimatdichter des Erzgebirges